
Fahne und Stange sind heute noch in einwandfreiem Zustand und werden bei besonderen Anlässen der Löschgruppe vorangetragen.
Die ersten Feuerwehrfahrzeuge wurden handwerklich gefertigt und basierten auf dem Bau von Kutschen und Wagen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts existierten nur zwei Typen von Feuerwehrfahrzeugen: Der Spritzenwagen und die Schiebleiter, welche entweder von Pferden oder von der Mannschaft selbst zur Einsatzstelle gezogen wurden. Sie waren aus Holz gebaut und wurden durch Muskelkraft betrieben.
In Folge der Industrialisierung kam es zur Motorisierung der Feuerwehren, allerdings nur sehr zögerlich, da man seitens der Wehrleute Bedenken hatte, mit benzingetriebenen Fahrzeugen nahe an Brände heran zu fahren. Die Geschichte moderner Feuerwehrfahrzeuge beginnt 1904, als die Firma Magirus die erste motorgetriebene Drehleiter baute, welche jedoch weiterhin von Hand ausgefahren werden musste. Kurz darauf folgten Motorpumpen.
Nach dem ersten Weltkrieg entstanden die Grundlagen für das moderne Feuerwehrwesen. Die Fahrzeuge wurden besser und vielfältiger. Es wurden Vorschriften festgelegt, wie sie auszu-sehen haben und verwendet werden sollen. Bereits 1937 wurde angeordnet, dass die Feuer-wehrfahrzeuge in tannengrün zu lackieren sind. Die Feuerwehren wurden reichsweit ab 1938 der Polizei unterstellt.
Die Berufsfeuerwehren wurden in Feuerschutz-polizei umbenannt. Die Freiwilligen Feuerwehren behielten die Bezeichnung Freiwillige Feuerwehr. Durch einheitliche Bauvorschriften ab 1940 unterschied man nun zwischen drei Löschfahr-zeugen: Leichtes Löschgruppenfahrzeug (später LF 8), Schweres Löschgruppenfahrzeug (später LF15) und Großes Löschgruppenfahrzeug (später LF25). 1942 wurden alle Fahrzeuge in schwarzgrau-matt ausgeliefert. Ab 1943 wurde die Lackierung in gelb-grau-matt geändert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele der heute noch verwendeten Feuerwehrfahrzeuge entwickelt. Hierzu zählen die meisten Löschgruppenfahrzeuge, Tanklöschfahrzeuge, die Drehleitern, Rüst- und Gerätewagen, sowie die Tragkraftspritzenanhänger. Eine Besonder-heit war das LF 16-TS, welches mit einer Vorbaupumpe so konzipiert wurde, dass es z. B. offene Gewässer geradeaus anfahren und das Wasser fördern kann. Im Laufe der Zeit wurden die Fahrzeuge immer weiter verfeinert und verbessert.
Für die technische Weiterentwicklung und wichtige Innovationen von Bedeutung waren zahlreiche Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, die neue Technologien zur Einsatzreife ent-wickelten und herstellten. Besonders in Anbe-tracht eines drohenden Krieges mit atomaren Waffen wurden besonders auch ABC-Abwehrkomponenten gefördert.
Im Laufe der Zeit hat man erkannt, dass die Vielfalt an genormten und nicht genormten Fahrzeugen es immer schwieriger macht, den Überblick zu behalten und deren Einsatzwert richtig einzuschätzen. Deshalb wurden im Jahr 2005 neue Normen für Feuerwehrfahrzeuge herausgegeben, die nur noch 12 Fahrzeuge als normungswürdig anerkennt.
Durch die gestiegenen Anforderungen an die Fahrzeuge, wurden immer neuere und größere Typen entwickelt, die sich aber immer mehr ähnelten: Löschgruppenfahrzeuge erhielten eine Schnellangriffseinrichtung und einen Lösch-wasservorratstank, Tanklöschfahrzeuge einen hydraulischen Rettungssatz etc.
Bedeutende Hersteller von Feuerwehrfahr-zeugen sind heute die Firmen Iveco Magirus, Metz, Schlingmann, Ziegler und Zikun.